Freie Initiative Pro-Contra Wolf

Wölfe gehören mittlerweile in vielen Regionen Deutschlands zum festen Bestandteil der Fauna. Dabei beschränken sie sich nicht nur auf die Wälder, sondern es kommt, besonders in ländlichen Gegenden, des öfteren zu "Besuchen" in den Dörfern und Gemeinden. Die Folge sind Übergriffe auf Nutztiere aber auch Begegnungen mit den Menschen.

Wie soll man mit diesen Gegebenheiten umgehen, wie kann man sich vor diesen Übergriffen schützen? Hat der Wolf ein Recht, in Deutschland zu leben oder nicht?

Viele Fragen stehen im Raum und bedürfen Antworten! Die Initiative Pro-Contra Wolf möchte den sachlichen Dialog zwischen Befürwortern und Gegnern herbeiführen.

 

Die Ziele der Initiative Pro-Contra Wolf:

 

  • Wir setzen uns ein für eine sachliche Auseinandersetzung um das Pro- und Contra zum Thema Leben mit dem Wolf auf dem Lande und in der Stadt

  • Wir setzen uns ein für ein verantwortungsvolles Wolfsmanagement in Deutschland

  • Wir setzten uns ein für eine handlungsfähige Politik zum Wohle der Menschen und der Natur

 
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Gekürzte Fassung Grimms Märchen

Es war einmal ein kleines Mädchen, das von allen gemocht wurde. Ihre Großmutter schenkte ihr ein schönes rotes Käppchen aus Samt. Und weil ihr das Käppchen sehr gefiel, wollte sie es gar nicht mehr ausziehen. Darum wurde sie von allen Rotkäppchen genannt.

Eines Tages sprach ihre Mutter zu ihr: “Rotkäppchen, ich gebe dir ein Körbchen mit einem Kuchen und einer Flasche Wein. Bringe dieses Körbchen bitte zur Großmutter hinaus. Sie ist krank und schwach und wird sich darüber freuen.” „Ja, das möchte ich gerne tun“ sagte Rotkäppchen zu ihrer Mutter.

Die Großmutter wohnte draußen im Wald, eine halbe Stunde vom Dorf entfernt. Als Rotkäppchen den Wald betrat, begegnete ihr der Wolf. Rotkäppchen wusste nicht, dass er böse war und fürchtete sich nicht vor ihm. “Guten Tag, Rotkäppchen!” sprach er. “Schönen Dank, Wolf.” “Wo willst du denn hin so früh, Rotkäppchen?” “Zur Großmutter.” “Was trägst du da in deinem Körbchen?” “Kuchen und Wein, damit sich die Großmutter daran stärken kann.” “Wo wohnt denn deine Großmutter?” “Noch eine gute Viertelstunde weiter im Wald, unter den drei großen Eichen steht ihr Haus.” sagte Rotkäppchen. Der Wolf dachte: Das Kind wird mir noch besser schmecken als die Alte. Du musst dir einen Plan ausdenken, dass du beide erwischen kannst.

Daraufhin verabschiedete sich der Wolf und nahm eine Abkürzung. Am Haus der Großmutter klopfte er an die Türe. „Wer ist draußen?“ „Rotkäppchen, ich bringe dir Kuchen und Wein, mach auf!“ „Drück nur auf die Klinke,“ rief die Großmutter, „ich bin zu schwach und kann nicht aufstehen.“ Der Wolf drückte auf die Klinke, die Türe sprang auf und ohne ein Wort zu sprechen ging er direkt zum Bett der Großmutter und verschlang sie. Dann zog er ihre Kleider an, setzte ihre Haube auf, legte sich in ihr Bett und wartete.

Rotkäppchen trat kurze Zeit später ein und rief „Guten Morgen, liebe Großmutter!“ bekam aber keine Antwort. Dann trat es ans Bett heran. Dort lag die Großmutter und hatte die Haube tief ins Gesicht gezogen und sah recht seltsam aus. „Ei, Großmutter, was hast du für große Ohren?“ „Dass ich dich besser hören kann.“ „Ei, Großmutter, was hast du für große Augen?“ „Dass ich dich besser sehen kann.“ „Ei, Großmutter, was hast du für große Hände?“ „Dass ich dich besser packen kann.“ „Aber, Großmutter, was hast du für ein entsetzlich großes Maul?“ „Dass ich dich besser fressen kann.“ Kaum hatte der Wolf das gesagt, sprang er aus dem Bette und verschlang das arme Rotkäppchen.

Dann legte er sich wieder ins Bett, schlief ein und fing laut zu schnarchen an. Der Jäger ging am Haus vorbei und dachte: „Wie die alte Frau schnarcht. Da frage ich lieber mal nach, ob ihr was fehlt.“ Er trat in die Stube und sah, dass der Wolf im Bette lag. Nun wollte er sein Gewehr anlegen, jedoch fiel ihm ein, dass der Wolf ja die Großmutter gefressen haben könnte. Vielleicht konnte er sie noch retten. So packte er den Wolf an den Füßen und schüttelte ihn bis das Mädchen und die Großmutter heraus purzelten. Der Wolf floh aus dem Haus und ließ sich nie wieder blicken.

 
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Stimmen aus der Bevölkerung & Medien

Pro-Contra-Wolfsinitiative

Rotkäppchen hat einen neuen Nachbarn
von Andreas Urhahn (Zusammenfassung)

Andreas Urhahn beginnt seinen Kommentar in der AZ mit der Frage wie viele Wolfs-Initiativen noch nötig seien. Schnell wird klar, die Initiative von Dieter Schweer aus Hohnstorf stellt die sachliche Auseinandersetzung in den Mittelpunkt und unterscheidet sich daher von anderen Initiativen. 

Mit Plakaten macht Dieter Schweer auf die Website aufmerksam und möchte außerdem mit allen Seiten ins Gespräch kommen. Andreas Urhahn stellt fest, dass Pro und Contra sich gegenüber gestellt sind und somit den Mittelpunkt bilden. Die Belange von Menschen und Wölfen zählen gleichermaßen.

Dieter Schweer macht sein Anliegen klar, seiner Meinung nach müsse es eine eine Obergrenze für den Bestand geben, denn der einzige „natürliche Feind des Wolfes vor Ort“ sei der Autofahrer. 

Zum Schluss betont Andreas Urhahn noch einmal: „Wolfsgegner müssen sich endlich damit abfinden, dass Rotkäppchen einen neuen Nachbarn hat – und Isegrims Freunde damit, dass der Wohnraum begrenzt ist.“

Der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies (SPD) würdigte gestern bei seinem Be­such der AZ das Engagement in Hohnstorf:

"Wir hatten 2010 den ersten Wolf und dann das erste Rudel. Ende 2017, als ich Minister geworden bin. waren es zehn Rudel, jetzt sind es 38 mit 350 bis 380 Tieren – Eine un­glaubliche Geschwindigkeit! Damit nimmt natürlich auch die Risszahl zu. Das macht den Menschen, die in den Wald gehen wollen und Nahbegegnungen befürchten müssen, Sor­gen. Deshalb ist das Thema Information und Aufklärung – nicht Schön- oder Schlechtreden – genau das, was wir brauchen- Jede Form von kritischer Auseinandersetzung und Ver­sachlichung ist richtig wie wichtig. Denn der größte Teil der Bevölkerung sagt Ihr seid die Politik, liefert mir eine Lösung, wie ein Ne­beneinander von Wolf, Weidetierhaltung und Mensch möglich ist."

Dieter Schweer aus Hohnstorf fordert sachlichen Dialog zum Thema Wolf
von Andreas Urhahn (Zusammenfassung)

Dieter Schweer aus Hohnstorf ist Mutterkuhhalter und Jagdpächter. Er hat nun eine neue Pro-Contra-Wolf-Initiative unter dem Namen „Rotkäppchen soll leben – Hier lebe ich!“ gegründet. Er fordert einen sachlichen Dialog zum Thema sowie ein Ende der Polemik bei Gegnern und Befürwortern. 

Andreas Urhahn schreibt in seinem Artikel in der AZ über die neue Pro-Contra-Wolf-Initiative von Dieter Schweer. Die Aufmerksamkeit erlangt Dieter Schweer durch die auffällig roten Plakate, die seit kurzer Zeit in einigen Ortschaften der Gemeinde Bienenbüttel zu finden sind. Die Plakate werben für die gleichnamige Website. Die Banner mit der Aussage „Hier lebe ich!“, aus der Sicht des Wolfes, unterstreichen das Lebensrecht des Rückkehrers. 

Die Idee zu dieser Initiative entwickelte sich bereits Anfang des Jahres, nachdem mehrere besorgte Anrufe aufgrund von Wolfssichtungen, gefundenen Knochen oder Tierteilen bei Dieter Schweer eingegangen sind. Reagieren konnte der Jagdpächter nur mit beruhigenden Worten und mit der Tatsache, dass es nun mal dazu gehöre, wenn der Wolf hier lebe. Im Artikel erläutert Dieter Schweer außerdem einige Fakten zum Leben des Wolfes, wie z. B. die zweite Phase der Rudelbildung und deren Jagdgewohnheiten. 

Sein Ziel ist es nun die verschiedenen Initiativen im angestrebten sachlichen Dialog zusammenzuführen. 

Das Märchen, welches auf der Website zu finden ist, endet mit dem Überleben von Rotkäppchen und ihrer Großmutter, die aus dem Raubtier geschüttelt werden. Aber auch der Wolf überlebt in dieser Märchenvariante. „Bei Dieter Schweer darf der Wolf überleben.“, lautet der Schluss von Andreas Urhahn.

„Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hat sich angesichts zunehmender Schäden durch Wolfsrisse für die Jagd auf die Tiere in bestimmten Regionen ausgesprochen. Dabei gehe es nicht darum, den Wolf auszurotten, teilte die Ministerin der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ mit. „Aber wenn wir die Weidetierhaltung in einigen Regionen nicht aufgeben wollen, müssen wir handeln.“

Zuvor hatte der Deutsche Bauernverband gewarnt, die von der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) vorgelegte jüngste Statistik zeichne das Ende der Weidehaltung vor. Der Wolfsbestand müsse endlich reguliert werden, hieß es in einer Mitteilung vom Freitag. „Ansonsten wird die Haltung von Schafen, Ziegen, Pferden und Rindern auf der Weide zum Auslaufmodell“, sagte der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd und Umweltbeauftragter des Deutschen Bauernverbandes, Eberhard Hartelt.

Laut der jüngsten Statistik der DBBW zu wolfsverursachten Schäden wurden 3959 Weidetiere in Deutschland im Jahr 2020 von Wölfen getötet, darunter 3444 Schafe. Die Zahl der aufgrund eines Wolfsangriffs getöteten, verletzten oder vermissten Nutztiere stieg demzufolge um 37 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.“

„…Bei uns macht sich die Sorge breit, dass Tierhalter immer neue Erfahrungen mit diesem Tier machen müssen… Man sollte auch die emotionale Seite sehen. Jogger, Wanderer und Hundebesitzer sind viel im Wald und der Feldflur unterwegs. Begegnungen mit dem Wolf kommen immer häufiger vor und sollten mehr diskutiert werden. Doch leider wird alles immer wieder verharmlost…“

„…Der Wolf ist ein Großraubtier, er wird sich auch dem oktroyierten Zeitgeist nicht unterwerfen…
Mahnende Stimmen wurden belächelt….Die Fordernden wissen aber auch, dass nur Zäune wie im Wolfsgehege Springe ausreichenden Wolfsschutz bieten und in unserer Landschaft deswegen inakzeptabel sind…

Der Wolf in Niedersachsen – bei einer Vermehrung von ca. 33 Prozent pro Jahr – auf ca. 36 Rudel plus Einzeltiere, also etwa 300 bis 350 Wölfe, angewachsen. Niedersachsen hat eine Fläche von 47614 Quadratkilometern bei einer Einwohnerdichte von 168 Menschen pro Quadratkilometern. Das sind in etwa zehn Prozent der Fläche von Schweden (23,8 Einwohner pro Quadratkilometer). Schweden hält trotz EU-Schutz den Wolf bei ca. 350 Exemplaren. Das heißt: Unser dicht besiedeltes Niedersachsen hat ebenso viele Wölfe wie Schweden, das größer ist…“

„…Der Druck auf die Weidetierhalter, Behörden und nicht zuletzt auf die Politik steigt ständig. Die Risszahlen des Monitorings bei Schafen und Ziegen weisen nach wie vor ein hohes Niveau auf. Gab es hierzulande 2019 bei 156 amtlich bestätigten Übergriffe 540 tote Schafe und Ziegen, so waren es 2020 bei fast gleicher Übergriffszahl (190) bereits 1024 tote Schafe und Ziegen…“

„Die Gefahr ist sehr, sehr gering – Wolfsberaterin erklärt das richtige Verhalten bei Begegnung mit Raubtier … eine hochemotionalisierte, polemisch geführte Pro-Kontra-Debatte sollte explizit vermieden werden…“

„…Die Landesjägerschaft Niedersachsen registriert jährlich etwa 4500 eingehende Meldungen in ihrer Online-Datenbank zum Wolfsmonitoring. 95 Prozent der Hinweise gingen dabei direkt über den Internet-Browser oder………die Smartphone-App `Wolfsmeldungen Niedersachsen´…“


wolfsbuero.nlwkn.niedersachsen.de

 
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Die Wolfsfamilie

Obwohl man auch einzelne Wölfe in der Natur oder am Dorfrand oder zuweilen auch schon Stadtmitte antrifft, ist die normale Sozialordnung des Wolfes das Rudel. Das Wolfsrudel besteht im Regelfall aus dem Elternpaar und deren Nachkommen, es handelt sich also um eine Familie. Wölfe werden erst mit zwei Jahren geschlechtsreif (Haushunde schon mit 7 bis 11 Monaten) und verbleiben bis zur Geschlechtsreife bei den Eltern.

Die vorjährigen Jungwölfe unterstützen das Elternpaar bei der Aufzucht der neuen Welpen. Unter normalen Bedingungen besteht ein Rudel im Herbst also aus dem Elternpaar, dem Nachwuchs aus dem Vorjahr und dem Nachwuchs aus demselben Jahr. Mit Erreichen der Geschlechtsreife wandern die Jungwölfe in der Regel aus dem elterlichen Territorium ab und suchen sich ein freies Revier, wo sie mit einem auf der Wanderung getroffenen und ebenso ausgewanderten Jungwolf als Partner eine eigene Familie gründen.


Der Wolf und sein Revier

Wolfsrudel leben im Normalfall in festen Revieren, die sowohl gegen andere Rudel als auch gegen einzelne Artgenossen abgegrenzt und falls nötig auch vehement verteidigt werden; die Reviere benachbarter Rudel überschneiden sich daher meist nur minimal. Die Größe der Reviere wird im Wesentlichen durch die Größe der Beutetierarten und die Zahl der Beutetiere bestimmt.

Grundnahrung des Wolfes bilden im größten Teil des Verbreitungsgebietes mittelgroße bis große pflanzenfressende Säugetiere, er nutzt dabei die im jeweiligen Lebensraum dominierenden Arten. Wölfe jagen in ihrem Verbreitungsgebiet in Deutschland Rot- und Damwild, Wildschweine, Rehe, Wildschafe und Steinböcke. Kleinere Säuger wie Hasen, Kaninchen, Wühlmäuse und Lemminge werden ebenfalls häufig erbeutet. In der Nähe des Menschen schlagen sie auch Schafe oder junge Rinder, Fohlen, Haushunde und Katzen.

- Quelle: Biologie: Die Wissenschaft vom Leben biologie-seite.de -


Wolfsmanagement

Die Rückkehr der Wölfe in die Kulturlandschaft in Deutschland ist einerseits eine Erfolgsgeschichte des Artenschutzes, andererseits birgt sie auch eine Reihe von Herausforderungen. Wölfe sind nach Naturschutzrecht sowohl national als auch international streng geschützte Tiere. Konflikte, die durch die Rückkehr des Wolfs nach Deutschland entstehen, müssen minimiert und so ein konfliktarmes Nebeneinander von Wolf und Mensch geschaffen werden. Dies ist Aufgabe des Wolfsmanagements, das in Deutschland im Zuständigkeitsbereich der Bundesländer liegt.

- Quelle: dbb-wolf.de -

 

 
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Diskussion mit allen Konsequenzen

  • Wie soll das Leben sicher mit dem Wolf auf dem Land und in der Stadt geführt werden?

  • Wie muss ein verantwortungsvolles Wolfsmanagement in Deutschland aussehen?

  • Wie sieht eine wirklich handlungsfähige Politik zum Wohle der Menschen und der Natur aus?

 
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